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Als Dachfonds (engl. fund of funds) werden
Investmentfonds bezeichnet, die das Geld der Anteilseigner wiederum in Anteilen
von Investmentfonds anlegen. Die Fonds, in die der Dachfonds investiert
bezeichnet, man dabei als Zielfonds. Investmentfonds, die sowohl in einzelne
Wertpapiere wie Aktien oder Rentenpapiere als auch in Investmentfonds werden
zuweilen in Abgrenzung zum Dachfonds auch Superfonds genannt. Daneben gibt es
auch spezialisierte Dachfonds, die sich auf eine bestimmte Asset-Klasse oder ein
bestimmtes Thema konzentrieren. Dazu gehören u.a. Dach-Hedgefonds (s.a.
Hedgedachfonds). Diese investieren in einzelne Hedge-Fonds.
Grundsätzlich stehen einem in Deutschland zugelassenen
Dachfonds alle ebenfalls in Deutschland zugelassenen Investmentfonds offen, die
nicht selbst Dachfonds (Vermeidung von Kaskadeneffekten), Spezialfonds oder
geschlossene Fonds sind. Ein einzelner Zielfonds darf einen Anteil von 20% des
Gesamtvermögens des Dachfonds nicht überschreiten. Außerdem darf ein Dachfonds
nicht mehr als 10% der Anteile am Vermögen des Zielfonds halten. Diese
Einschränkungen sind auch als Lehren aus dem Zusammenbruch des ersten Dachfonds FOF (Fund Of Fonds), der 1962 durch die Gesellschaft Investors Overseas Services
(IOS) aufgelegt wurde, zu verstehen. In den 1970er Jahren ging der FOF aufgrund
Verschleierung, Veruntreuung und einer Art Schneeballsystem insolvent. Nach
diesen Ereignissen wurden Dachfonds in Deutschland verboten und erst im 3.
Finanzmarktförderungsgesetz vom 1. April 1998 neu geordnet.
Chance und Risiko bei Dachfonds:
Durch die Dachfonds-Konstruktion kann der
Fondsmanager des Dachfonds die einzelnen abzudeckenden Marktsegmente mit den
jeweils attraktivsten Fonds belegen. In dieser Weise kann praktisch jedes
Rendite-Risiko-Profil dargestellt werden. Für den Investor besteht der Vorteil
in einem breit diversifizierten und aktiv gemanagten Portfolio. Dabei kann nicht
nur über einzelne Wertpapiere gestreut werden, sondern auch über verschiedene
Fondsmanager und Fondsgesellschaften. Wichtig für diesen Diversifikationsaspekt
ist allerdings einerseits die Unabhängigkeit des Dachfondsmanagements, sodass
sicher gestellt ist, dass nicht verstärkt Fonds eines bestimmten Hauses
berücksichtigt werden. Andererseits stellt Diversifikation auch eine Anforderung
an das Risikomanagement der Allokation, damit sich keine starken
Überschneidungen ergeben, die der Diversifikation zuwiderlaufen oder gar
Klumpenrisiken entstehen. Der
Dachfondsmanager kann dabei auch auf Fonds zurückgreifen, die weit über das
übliche Angebot offener Publikumsfonds, wie sie von Banken oder Fondsplattformen
angeboten werden, hinausgeht. Sofern der Dachfonds auch Anteile an inzwischen
für neue Investoren geschlossenen Fonds (z.B. aufgrund eines erreichten
Volumens) hält, ergibt sich hier für den Anleger auch die Möglichkeit über das
Dachfondsvermögen an attraktiven Investitionsideen zu partizipieren, die ihm als
Privatanleger nicht offen stünden.
Kosten und Nutzen von Dachfonds:
Dachfonds haben den Ruf, besonders teure
Verwaltungsformen zu sein. Unstrittig ist, dass es wie oben beschrieben eine
zusätzliche Managementebene des Dachfondsmanagers neben dem Management der
Zielfonds gibt, die mit Kosten einhergeht. Diese zusätzliche Managementebene hat
aber auf der anderen Seite andere Rahmenbedingungen als ein Vermögensverwalter
oder auch ein Privatanleger, der sein Depot mit Publikumsfonds aktiv selbst
verwaltet. Der Dachfonds tätigt seine Käufe und Verkäufe bei der
Investmentgesellschaft des Zielfonds, in den investiert werden soll, in der
Regel zum Nettoinventarwert, also ohne das im Privatkunden-Vertrieb übliche
Agio. Einige Fondsgesellschaften betonen darüber hinaus, dass bei dem Erwerb von
sogenannten „Institutional Shares“ mit rabattierten Managementvergütungen zu
kalkulieren ist, bzw. durch die Zielfonds ausgeschüttete
Bestandspflegeprovisionen dem Dachfondsvermögen gutgeschrieben werden, um eine
schlanke Kostenstruktur zu erreichen. Einige Dachfondsmanagements arbeiten auch
mit erfolgsabhängigen Gebührenmodellen, einer sog. performance fee.
Aufgrund der anfallenden Fondsmanagementvergütungen der Zielfondsmanager kann
die Mehrheit der Dachfonds in der Kostenbelastung nicht mit Einzelfonds
verglichen werden oder gar damit konkurrieren. Es ist aber dabei zu beachten,
dass ein solcher Vergleich auch nicht auf der gleichen Ebene stattfände – der
Dachfonds diversifiziert wie oben gezeigt über Fonds und Fondsmanager, während
der Einzelfonds diese Breite nicht aufweisen kann. Jenseits des Dachfonds
agieren einige Fonds-Vermögensverwaltungen vergleichbar einer
Dachfondskonstruktion. Gegenüber einer solchen vergleichbaren
Fonds-Vermögensverwaltung, werden sich allerdings in der Regel nicht nur
Kostenvorteile, sondern vor allem auch Transparenzvorteile ergeben. |