|
Die Verfügbarkeit eines technischen Systems ist die
Wahrscheinlichkeit oder das Maß, dass das System bestimmte Anforderungen zu bzw.
innerhalb eines vereinbarten Zeitrahmens erfüllt, und ist somit eine Eigenschaft
des Systems. Sie ist ein Qualitätskriterium/Kennzahl eines Systems.
Anwendung
Bei größeren, komplexen technischen Systemen (z.B. Elektrizitätsversorgung)
versteht man unter Verfügbarkeit das Verhältnis der Zeit innerhalb eines
vereinbarten Zeitraums, in der das System für seinen eigentlichen Zweck operativ
zur Verfügung steht (Betriebszeit, operation time), zu der vereinbarten Zeit.
Die Betriebszeit kann bei einem technischen System durch regelmäßige Wartung und
durch Fehler/Schäden sowie Reparaturen zu deren Beseitigung begrenzt sein. Die Verfügbarkeit wird hierbei üblicherweise in Prozent angegeben.
Bei Computersystemen (z.B. DSL, Online-Brokering) wird die Verfügbarkeit in
"Dauer der Uptime pro Zeiteinheit" gemessen und in Prozent angegeben. (Die Verfügbarkeit ist auch dann nicht mehr gegeben, wenn die Antwortzeit eines
Systems eine bestimmte Kenngröße überschreitet.) Als Zeiteinheiten werden
typischerweise Minuten, Stunden, Tage, Monate, Quartale oder Jahre verwendet.
Die Verfügbarkeit als Eigenschaft eines Systems wird daher in dem Vertrag
(Service Level Agreement, SLA) zwischen dem Systembetreiber und dem Kunden
festgeschrieben. Dort können auch die Folgen (z.B. Konventionalstrafen) bei
Nichteinhaltung der Verfügbarkeit geregelt sein.
Die
Verfügbarkeit hat je nach Vereinbarung große Auswirkungen auf die Anforderungen
bzgl. Ausfall und Wartbarkeit des Systems.
Beispiel
Bahnsysteme repräsentieren eines von vielen Beispielen zur praktischen Anwendung
der formalen Definition. Dank spurgebundener Verkehrsführung besteht gerade hier
ein besonders hohes Automatisierungspotenzial. Anforderungen an das betreffende
System werden beispielsweise formuliert in
-
Nahverkehrsplänen auf Länder- oder Kommunalebene,
Fahrplänen,
-
(bewusst oder unbewusst) der Erwartungshaltung des Kunden.
Gerade bei Bahnsystemen sind wichtige Komponenten der
Verfügbarkeit zu unterscheiden, nämlich
-
im Kopf (Merkbarkeit des Fahrplans),
-
in Relationen (Stetigkeit mehrerer sich überlagernder
Linien),
-
in der Natur (barrierefreier Zu- und Abgang),
-
Fehlertoleranz (vor allem das Informationswesen und speziell
die Anschlussverwaltung im Falle von Baustellen, Umleitungen /
Ersatzverkehren, Verspätungen und Ausfällen).
In Bezug darauf existierien technische Strategien zur
Maximierung der Verfügbarkeit:
-
Ganztägig / -wöchentlich einheitliche Minutenzeiten, z. B.
auf zahlreichen Strecken der Deutschen Bahn.
-
Linien gemeinsamer Teilstrecke sollten sich so ergänzen,
dass sie durch zufällig ohne Fahrplankenntnis eintreffende Fahrgäste
gleichmäßig ausgelastet sind.
-
Barrierefreiheit, vornehmlich in Haltestellen. Überlegungen
dazu finden beispielsweise in Karlsruhe statt, siehe dazu in den Weblinks.
-
Fahrgastinformation in Echtzeit, d. h. im laufenden Betrieb
über den Wunschfahrplan hinausgehend.
Kurzformel: Zur rechten Zeit am rechten Ort
|